Pilot iPMI Risk Score
Studie unterstützt durch die Zentrale Biobank UMG
Die perioperative Schädigungen des Herzmuskels (PMI) während bzw. innerhalb von 3 Tagen nach einer Operation betreffen ca. 20% aller chirurgischen Patient*innen, die nicht primär am Herzen operiert werden. Davon sind entsprechend knapp 1,4 Mio Patient*innen pro Jahr betroffen. Es konnte gezeigt werden, dass diese Schädigung des Herzmuskels in etwa ¾ der Fälle durch eine Störung der Funktionsweise der kleinsten Gefäße am Herzen mitbedingt bzw. verursacht wird. Dabei sind diese kleinsten Gefäße nicht mehr in der Lage sich bedarfsgereicht zu erweitern, so dass es zu einer relativen Unterversorgung des Herzmuskelgewebes mit Sauerstoff kommt. Die Rate schwerer Komplikationen und die Sterblichkeitsrate beträgt jeweils etwa 22%. Aufgrund der Häufigkeit und Relevanz dieser Herzmuskelschädigung werden bei Patient*innen mit mittlerem bis hohem perioperative Risiko, wiederholte Messungen des herzspezifischen Biomarkers hsTroponin T empfohlen. Ein weiterer in dem Zusammenhang relevanter Faktor ist die Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion (HFpEF) bzw. die diastolische Dysfunktion, die bisher nicht regelhaft vor der Operation mittels eines Ultraschalls des Herzens untersucht wird, allerdings häufig zusammen mit der beschriebenen Durchblutungsstörung am Herzmuskel auftritt.
Die Studie untersucht unterschiedliche Vorerkrankungen, Laborparameter, Herz-Kreislauf- sowie Lungenfunktionsparameter zusammen mit modernen molekularbiologischen Verfahren und transthorakaler Echokardiographie auf deren Auswirkung auf die Entstehung einer PMI.
Ziel dieser Studie ist es, Risikofaktoren für die Entstehung einer PMI zu identifizieren und ein KI-basierter Risikoscore für eine verbesserte Risikostratifizierung unserer Patient:innen zu entwickeln.